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„Zukunft braucht Nachwuchs - heute, nicht erst morgen!“
„Klar ist: Wir müssen etwas tun - um die Fachkräfte zu finden und auszubilden, die die Landwirtschaft der Zukunft braucht. Aber die Chancen stehen gut.“ Mit diesen ermutigenden Worten beendet Magdalena Kliver, stellvertretende Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) den Junglandwirtekongress auf der Grünen Woche. BDL und DBV hatten dazu gemeinsam eingeladen. Mehr als 200 junge Landwirte und Landwirtinnen waren gekommen, um über „Zukunft braucht Nachwuchs - heute, nicht erst morgen“ zu diskutieren.
Dabei wurde deutlich, dass der vom BDL vorgeschlagene bundesweite agrarische Qualifizierungsfonds tatsächlich helfen könnte, Anreize für den Berufseinstieg zu schaffen und zugleich bedarfsorientierter aus- bzw. neben der Arbeit fortzubilden. Darin waren sich auch die Expert/innen auf dem Podium einig. Nur müsse die Umsetzung und Finanzierung noch tiefer diskutiert werden. Wertvolle Hinweise dafür gab Ulrich Goullon bereits beim Junglandwirtekongress. Als Geschäftsführer des Qualifizierungsfonds Land- und Forstwirtschaft Schleswig-Holstein hatte er über die Praxis berichtet.
Als spannenden Vorschlag bezeichnete der Bundestagsabgeordnete Willi Brase den BDL-Vorstoß. „Wir müssen organisiert rangehen, weil sich nur so das qualifizierte Personal bekommen lässt“, stellt er fest. Auch Martin Empl kann sich für einen solchen Fonds erwärmen. - Allerdings, so der Vorsitzende des Gesamtverbandes der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände, mit schlanken transparenten Strukturen, anderer Bezeichnung und ohne Zwangsabgabe.
Denn am verschärften Wettbewerb um den Nachwuchs und die steigenden Anforderungen an die Landwirtschaft kommt keiner vorbei. Darin stimmten alle mit DBV-Präsident Gerd Sonnleitner und dem BDL-Bundesvorsitzenden Matthias Daun überein. Entsprechend spannend war der Eingangsvortrag von Professor Dr. Oliver Mußhoff von der Universität Göttingen. Er präsentierte die Ergebnisse der Befragung „Landwirtschaft im Wettbewerb um «Grüne Köpfe»“ und lieferte damit mutmachende Argumente für die Nachwuchswerbung.
Arbeitnehmer/innen in der Landwirtschaft seien nämlich wesentlich zufriedener mit ihrer Tätigkeit als in anderen Branchen. Zugleich sehen sie auch hohe nicht-ökonomische Vorteile wie die Naturnähe oder die selbständig gestaltbare Tätigkeit. Mußhof stellte zudem fest, dass die Bedingungen in den Grünen Berufe längst nicht so unattraktiv seien, wie sie von außen wahrgenommen werden. Zu seinen Empfehlungen gehört neben der Zahlung höherer Gehälter auch eine Kommunikation, die die Attraktivität der grünen Berufe zeigt.
„Jede Branche muss an ihre Botschaft glauben und mit Stolz und Selbstbewusstsein über ihren Beruf reden“, regte Dominik Thesing von Scholz & Friends Agenda an. Er hatte beim Junglandwirtekongress die Imagekampagne des Deutschen Handwerks vorgestellt.
Und Jean-Michel Schäfer, der Präsident des europäischen Junglandwirterates CEJA, empfahl den Weg in die Herzen der Menschen wie in Frankreich zu finden: über das Essen. „Landwirtschaft geht durch den Magen“, so der junge Franzose in der vom stellvertretenden BDL-Bundesvorsitzenden Thomas Huschle moderierten Debatte.
„Wir junge Menschen sind gute Botschafter für die grünen Berufe und den ländlichen Raum“, holte Magdalena Kliver in ihrem Schlusswort noch einmal alle in ein Boot: „Wir müssen als Branche zusammenarbeiten, um der Landwirtschaft den Nachwuchs zu sichern.“ Sie wies im Berliner ICC darauf hin, dass gemeinsam mit Politik und Verbänden an einem Strang gezogen werden muss. Nur so könne man nach außen zeigen, wie toll die grünen Berufe tatsächlich seien. „Dies sind keine reinen Männerjobs mehr. Mit diesem Vorurteil sollten wir gründlich aufräumen“, stellte die junge Landwirtin fest.
Pressemeldung des BDL
Unsere Gäste kurz vorgestellt:
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Prof. Dr. Oliver Mußhoff
Professor für Landwirtschaftliche Betriebslehre am Institut für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung - dessen Direktor Prof. Mußhoff ist - an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Göttingen
weitere Informationen
Vortrag: Landwirtschaft im Wettbewerb um „gute Köpfe“ - Welche Herausforderungen kommen auf uns zu?
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Ulrich Goullon
Geschäftsführer des Qualifizierungsfonds für die Land- und Forstwirtschaft (QLF) in Schleswig-Holstein e.V., Rendsburg
Informationen zum Qualifizierungsfonds
Vortrag: Anforderungen an junge LandwirtInnen steigen - Wie kann Qualifizierung aussehen?
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Dominik Thesing (angefragt)
Partner der Scholz & Friends Holding Commarco und Geschäftsführer von Scholz & Friends Agenda, Berlin
Informationen zur Imagekampagne
Vortrag: Nachwuchsgewinnung beim Deutschen Handwerk - Vorstellung einer Imagekamp
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Jean-Michel Schaeffer
Präsident der Jeunes Agriculteurs (JA), Frankreich Junglandwirt aus Geispolsheim im Département Bas-Rhin (Unterelsass)
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Willi Brase
Mitglied des Bundestages(MdB), SPD-Fraktion Mitglied der Bundestags-Ausschüsse für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Weitere InfosPodiumsgast
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Martin Empl
Vorsitzender Gesamtverband der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände Weitere InfosPodiumsgast
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Heiko Terno
Vizepräsident des Brandenburgischen Bauernverbandes e. V. Mitglied des DBV-Fachausschusses Bildung
Podiumsgast
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...sowie Gerd Sonnleitner, der unsere Gäste zusammen mit Matthias Daun begrüßte.
Gerd Sonnleitner
Präsident des Deutschen Bauernverbandes Präsident des Bayerischen Bauernverbandes COPA-Präsident
weitere Infos
Begrüßung
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Rückblick auf den Junglandwirtekongress 2011
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BDL-Junglandwirtekongress auf der Grünen Woche
„Behaltet Eure Kosten im Blick, überprüft die Prozesse in Euren Betrieben und entdeckt neue Standbeine – setzt auf Eure persönlichen Stärken!“ Dieser Appell von Anne Hartmann, der Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), galt in erster Linie den anwesenden JunglandwirtInnen, die neben weiteren Gästen der Einladung von BDL und Deut-schem Bauernverband (DBV) zum Junglandwirtekongress auf der Grünen Woche gefolgt waren.
Am 18. Januar 2010 diskutierten ExpertInnen aus Landwirtschaft, der verarbeitenden Wirtschaft und Handel unter dem Motto „Nicht ohne… Verbraucher, Märkte, Preise und uns JunglandwirtInnen!“ im Dachgartenfoyer des ICC Berlin über die aktuellen und zukünftigen Markt- und Preisentwicklungen in der Landwirtschaft sowie über die Zusammenarbeit der Marktpartner in der Produktionskette vom Erzeuger bis zum Verbraucher.
Nach einer kurzen Begrüßung des BDL-Vorsitzenden Gunther Hiestand eröffnete DBV-Präsident Gerd Sonnleitner den Kongress und forderte die jungen LandwirtInnen auf, sich trotz der zunehmenden Marktschwankungen dem Wettbewerb zu stellen: „Jugend ist Zukunft. Die Welt gehört Euch - greift zu!“
Der Eröffnung folgte ein Vortrag von Manfred Rinderer, dem Geschäftsführer AMI Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, zum Thema „Marktsituation - Zukunft auf den Märkten“. Rinderers Fazit: „Eine fundierte Marktinformation wird zunehmend wichtiger für den wirtschaftlichen Erfolg. Auf den Agrarmärkten werden zukünftig die Faktoren Bevölkerungswachstum, veränderte Ernährungsgewohnheiten und der Klimawandel entscheiden.“
Die anschließende Podiumsdiskussion eröffnete der BDL mit einem Trailer: In einer kleinen Umfrage war bei den VerbraucherInnen nachgehakt worden, worauf sie beim Einkauf achten und welche Bedeutung Landwirtschaft in Deutschland noch habe.
Auf dem Podium diskutierten Anne Hartmann, Manfred Rinderer, der Wirtschaftspsychologe Carl Vierboom, Dr. Heinz Schweer (VION Food Group), Franz-Martin Rausch (Hauptverband des Deutschen Einzelhandels) und Gerrit Oltmanns (Turm-Sahne GmbH). In der Diskussion zeichnete sich eine deutliche Mehrheit der Meinungen für Regionalität ab, um die heimische Landwirtschaft und Wirtschaft zu unterstützen sowie Arbeitsplätze zu erhalten. In Zeiten der Globalisierung werde der regionale Aspekt als Gegenstück umso wichtiger - dies sei eine Chance für junge LandwirtInnen, aber auch für die verarbeitenden Betriebe sowie für den Handel. Das Fazit der Diskussion lautete denn auch: Es gibt verschiedene Absatzwege, die Regionalität erlebt einen Aufschwung, aber auch der Export ist wichtig für die Wirtschaft. Trotz dieser positiven Signale existiert weiterhin der Wunsch der VerbraucherInnen, ein Schnäppchen mitzunehmen.
„Hier müssen wir mit unserer Kommunikation ansetzen“, so Anne Hartmann. „Qualität und Arbeit haben ihren Preis. Die Gesellschaft muss umdenken und den Wert von Lebensmitteln erkennen.“
Der BDL setzt in seiner neuen Kampagne „(B)isst Du billig?“ auf diese Kom-munikation mit VerbraucherInnen, um den Dialog zu fördern und ein neues Bewusstsein für den Wert von Arbeit und Lebensmitteln zu schaffen.
Bund der Deutschen Landjugend/ Deutscher Bauernverband, 21.01.2010
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Ansprechpartnerinnen BDL Geschäftsstelle
Nannette Pankow Bundesagrarreferentin Tel: 030-31904-254
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Katja Zippel Projetmitarbeiterin Tel. 030-31904-286
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Ansprechpartner Bundesvorstand
Begrüßung und Schlusswort Matthias Daun Bundesvorsitzender
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Podiumsgast und Schlusswort Magdalena Kliver stellv. Bundesvorsitzende
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Moderation Thomas Huschle stellv. Bundesvorsitzender
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