Interview am Rande des Berufswettbewerbes - Sparte Forstwirtschaft
MIT SEBASTIAN ZINßER, 21, aus Lorch-Waldhausen (Baden-Württemberg), 5. PlatzWarum hast du dich für die Ausbildung zum Forstwirt entschieden?
Lange Geschichte. Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass Forstwirt der Beruf für mich ist. Schließlich gibt es in meinem Umfeld viele Forstwirte. Aber ich wollte eigentlich zur Polizei. Habe mich nebenher aber auch als Forstwirt beworben. Die haben mich zu einem Probetag eingeladen. Da bin ich früh mit einem Naja im Bauch aufgestanden und mit einem „Der Beruf ist es“ wieder ins Bett gegangen.
Warum machst du beim Berufswettbewerb mit?
Da gibt es zwei Aspekte - den persönlichen und den betrieblichen. Gerade für meinen Ausbildungsbetrieb, die Landeshauptstadt Stuttgart, ist das eine Frage des Renommees. Schließlich ist die Platzierung im Berufswettbewerb ein Aushängeschild für den Betrieb und für die Qualität der Ausbildung. Zum anderen war das auch für mich selbst spannend. Es geht darum, sich selbst zu fordern, sich anzustrengen, sich zu beweisen, auch zu wissen, wo man selbst steht.
Was nimmst du vom Berufswettbewerb für deine persönliche Zukunft mit?
Bildung. Wir hatten nach dem Landesentscheid eine dreiwöchige Vorbereitung - mit Rhetorikkurs, Praxisübungen... Zusammen mit den Wettbewerben vom ersten Kreisausscheid bis zum Bundesentscheid hier in Iden hat mir das persönlich unheimlich viel gebracht. Denn wir bewegen uns hier unter Gleichgesinnten, die positiv in die Zukunft schauen. Das verbindet. Wir haben Beziehungen aufgebaut, die sonst so nicht möglich wären. - Nicht nur die Forstwirte untereinander, sondern auch innerhalb der grünen Berufssparten.
Glaubst Du, dass der Berufswettbewerb das Image der grünen Berufe verbessert? Warum?
Bei uns in Baden-Württemberg gehört der Berufswettbewerb zum Standard. Da geht es gerade in der Forstwirtschaft richtig zur Sache. Aber er müsste mehr nach außen getragen werden, damit die Öffentlichkeit ihn mehr zur Kenntnis nimmt. Es können doch richtig Zuschauer hier sein, die selbst erleben können, wie jung die grünen Berufe sind, wie fit, wie leistungsfähig und modern.
Wie stellst du dir deine berufliche Zukunft vor?
Ich werde bei der Landeshauptstadt Stuttgart einen unbefristeten Vertrag erhalten und in der Baumpflege tätig sein. Über kurz oder lang möchte ich mich dann fortbilden. Leider braucht man fünf Jahre Praxiserfahrung, bevor ich mich zum Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung weiterqualifizieren kann. Der Berufswettbewerb wird mir dabei auf jeden Fall helfen. Denn wer hier siegreich hervorgegangen ist, den kann keine Gesellen- und keine Meisterprüfung mehr schrecken.
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