Rahmenkonzept Gender Mainstreaming im Bund der Deutschen Landjugend
Grundgedanken und Zielvorstellungen Ausgehend von dem Gedanken, die Lebens- und Freizeitgestaltungsräumen von Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern innerhalb des Bundes der Deutschen Landjugend sowie die Lebens- und Bleibeperspektiven von jungen Frauen und jungen Männern in den ländlichen Räumen aktiv zu gestalten, entstand nachfolgendes Konzept zu Gender Mainstreaming.
Zentrale Zielvorstellung dabei ist es, der Verwirklichung spezifischer und gemeinsamer Interessen und Bedürfnissen von Frauen/Mädchen sowie von Männern/Jungen Raum zu geben, bzw. diesen zu erhalten oder zu schaffen. Explizit einbezogen ist dabei der Ansatz, Chancengleichheit herzustellen, damit die jeweiligen Bedürfnisse und Interessen zum Ausdruck gebracht werden können. Diese Zielkategorie ist für alle Bereiche der Bundesebene zu differenzieren und mit Teilzielen zu untermauern, was ebenfalls Bestandteil des Verfahrens ist.
Im Bund der Deutschen Landjugend besteht die Auffassung, dass es von besonderer Wichtigkeit ist, eine verbandsspezifische und -adäquate Zielvorstellung bzgl. der Themas Gender Mainstreaming zu entwickeln. Die Bezugnahme auf den Aspekt, dass mit dem Thema GM eine Fördervoraussetzung vorliegt, ist für den Bund der Deutschen Landjugend zwar ein notwendiger, bei weitem jedoch kein hinreichender Grund zur Beschäftigung mit der Thematik. Aus diesem Grund wird eine vertiefte Zieldarstellung für den jeweiligen Bereich vorgenommen.
![]() Umsetzung Zur Umsetzung von Gender Mainstreaming wurden die Elemente: Planerischer Bereich, Personalentwicklung und Vernetzung, Qualitätsentwicklung und -sicherung, politische Vertretung sowie Zeitplanung entwickelt. Diese werden im Folgenden skizziert:
![]() Analytisch planerischer Bereich - Gemeinsame Analyse und Betrachtung der Bereiche aus dem Blickwinkel der ZielstellungEs werden die Fachbereiche/Angebote der Bundesebene bzgl. GM
untersucht. Im einzelnen handelt es dabei um die Bereiche
Jugendpolitik, Bildung, Agrarpolitik, Weinbaupolitik,
Regionalentwicklung, Internationale Jugendarbeit, etc.
Korrespondierend sollen Orte der Begegnung der Geschlechter in die
Analyse einbezogen werden. Hierdurch soll ein
raum-/territorialorientierter Blick auf das geschlechtspezifische
Handeln vorgenommen werden. Neben Großveranstaltungen und Projekten
werden auch Orte an denen Gremien tagen einbezogen.
Die Finanzstruktur ist ein weiterer Baustein im Rahmen der Analyse.
Generell spiegelt sich in der Bilanz/GuV bzw. in der Differenzierung
der genutzten Fördermöglichkeiten die Ausprägung von geschlechtlicher
Parität wider.
Dass bei einer Analyse selbstverständlich die gewachsene Struktur,
gefasste Beschlüsse und die aktuelle Form der Satzung einbezogen werden
muss, ist selbstredend.
![]() Aufstellen eines gemeinsamen Entwicklungsplanes der jeweiligen Felder sowie dessen UmsetzungDa es sich hier um keine forschende, sondern um eine planerische
Herangehensweise handelt, wird bei der Analyse lediglich auf die
Überprüfung von Konzepten abgestellt. Anhand der Ergebnisse der Analyse
sollen deshalb Pläne zur Verwirklichung bzw. Veränderung bestehender
Konzepte erstellt werden. Die Planungen beinhalten selbstverständlich
auch Umsetzungsstrategien bzgl. inhaltlicher, zeitlicher, personeller,
struktureller, formaler und finanzieller Aspekte.
![]() Personalentwicklung und Vernetzung Um Gender Mainstreaming im Sinne einer Quasi-Verbandsentwicklung
effektiv, aber auch effizient vorantreiben zu können, sind Motivation,
aber auch die Zielführung der Tätigkeiten der handelnden Menschen
wesentliche Erfolgsfaktoren. Dem entsprechend ist der Aufbau (die
Zusammenstellung) eines Teams, welches sowohl hochmotiviert als auch
bereit ist hohe Zielstellungen zu vertreten, notwendig. Die Aufgaben
eines solchen GM-Teams sind vor allem die Weiterentwicklung des
Konzeptes, die Entwicklung eines Qualifizierungskonzeptes, die
Entwicklung des Instrumentariums für GM, das Controlling des gesamten
Verfahrens.
Darüber hinaus ist es notwendig die AkteurInnen auf Bundesebene
kontinuierlich und gezielt mit Informationen, div.
Qualifizierungsangeboten und Know-How über GM zu versorgen.
GM Prozess benötigen die Reflexion der Handelnden. Dazu gehört
Austausch, Umsetzungscontrolling, gegenseitige Beratung, etc. Auch dies
ist im Bereich der „Personalentwicklung“ zu organisieren.
![]() Qualitätsentwicklung und –sicherung Qualitätsentwicklung und -sicherung sind im Feld des GM, lediglich über
„weiche“ Methoden zu bewirken. Es wurde eine GM Checkliste, bzw.
Handlungsempfehlung zur Durchführung von Maßnahmen im Bund der
Deutschen Landjugend entwickelt. Außerdem sollen die bestehenden
Grundsätze bzgl. Qualität mit den GM-Zielen verknüpft werden. Weiterhin
wurde ein Finanzraster entwickelt, wonach Maßnahmen, die GM explizit
thematisieren, bzgl. der Förderwürdigkeit anders eingestuft werden als
andere Maßnahmen. Last not least trägt die Darstellung und
Veröffentlichung von beispielhaften Projekten und Angeboten dazu bei,
dass Qualität entwickelt wird.
![]() Politische Vertretung Die Vertretung der Interessen und Bedürfnisse von jungen Frauen und Männern in den ländlichen Räumen mit dem Ziel der Schaffung und Erhaltung von Lebens- und Bleibeperspektiven ist vorrangig für den Bund der Deutschen Landjugend. Aus dieser Position heraus wird politisch Stellung bezogen. Die Entwicklung des GM im verbandlichen Geschehen im aufgezeigten Sinn soll Bestandteil eines Positionspapiers zum Thema werden.
|