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Was heißt Beteiligung für Landjugendliche?

Ist die Jugend von heute tatsächlich politikmüde? Haben die heutigen Jugendlichen keine Lust mehr sich zu engagieren und zu beteiligen? Was heißt denn eigentlich „Beteiligung"?

5% der Befragten gaben an, Mitglied einer politischen Partei zu sein. Das klingt vielleicht wenig, ist aber unter Jugendlichen und im Vergleich zu anderen Jugendstudien nicht so wenig. (Beispiel: SHELL-Studie 2000 gaben 1,5 % der Befragten an, Mitglied einer politischen Partei zu sein.)

Aber gesellschaftliches Engagement heißt nicht nur Mitgliedschaft in einer politischen Partei. Vor allem die Aussage, dass 41 % der Landjugendmitglieder aktiv im Vorstandsteam ihrer Gruppe oder im Clubrat ihres Clubs mitarbeiten, ist ein deutlicher Hinweis für Engagement. Diese Aufgaben stellen ehrenamtliche Funktionen dar und bedeuten die Übernahme von Verantwortung. An dieser Stelle sei angemerkt, dass der Bund der Deutschen Landjugend einer der wenigen Jugendverbände ist, der über alle Ebenen hinweg, von Orts- bis Bundesebene zum größten Teil paritätisch auf jeden Fall aber ehrenamtlich, das heißt auf freiwilliger Basis organisiert ist.


Landjugendliche weisen einen deutlich höheren Organisationsgrad auch in anderen Vereinigungen auf, als Jugendliche im bundesdeutschen Durchschnitt. Rund 72% aller Befragten sind gleichzeitig Mitglied in anderen Jugendgruppen, Vereinen oder Organisationen. Scheinbar sind BDL – Mitglieder sehr stark in die soziale Welt ihres Umfeldes integriert, ins Dorfgeschehen eingebunden und bereit dieses aktiv mitgestalten zu wollen.


Auch am politischen Geschehen sind viele der jungen Leute nicht uninteressiert. 14% nehmen zur Kenntnis, was in der Politik geschieht und ein Drittel der Befragten findet es wichtig dazu selbst Stellung zu beziehen. Hierbei gibt es auch kaum Unterschiede zwischen der „großen Politik" und der Kommunalpolitik. 33 % sind an der Kommunalpolitik ihrer Gemeinde interessiert und 26 % hätten auch Interesse an einer aktiven Mitarbeit in ihrem Ort. Bevorzugt werden dafür Formen wie Arbeitsgruppen (19 %) und offene Gespräche zwischen politisch Verantwortlichen und den Jugendlichen, wie z. B. Jugendhearings (19 %).

63% der jungen Menschen beschäftigen sich in der Gruppe mit Problemen des Ortes bzw. der Region und deren zukünftigen Entwicklungen. Vielfach übernehmen Landjugendgruppen konkrete Aufgaben in ihrem Dorf und beteiligen sich an Dorferneuerungs- und Aufräumaktionen.